Ratgeber
Steuerberater Kosten 2026: Was kostet ein Steuerberater?
Steuerberater Kosten nach StBVV: Wertgebühr, Zeitgebühr 16,50 bis 41 € je Viertelstunde, Gebührenrahmen für Angestellte, Selbstständige und GmbH.
Die Steuerberater Kosten richten sich in Deutschland nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV). Sie legt für fast jede Tätigkeit einen Gebührenrahmen fest, der sich meist nach einem Gegenstandswert wie Ihren Einkünften, Ihrem Umsatz oder der Bilanzsumme richtet; wo das nicht passt, gilt eine Zeitgebühr von 16,50 bis 41 Euro je angefangene Viertelstunde. Wie viel Sie am Ende zahlen, hängt also von Umfang, Schwierigkeit und Ihren Zahlen ab, nicht von einem Einheitspreis.
Was kostet ein Steuerberater? Die Grundlage ist die StBVV
Die StBVV gilt für selbstständig tätige Steuerberater und Steuerberatungsgesellschaften und ist zum 1. Juli 2025 grundlegend angepasst worden (Fünfte Verordnung zur Änderung der StBVV, BGBl. 2025 I Nr. 105). Seitdem gelten höhere Gebührentabellen, eine neue Taktung der Zeitgebühr und neu geordnete Regeln für Vergütungsvereinbarungen. Die Verordnung kennt drei Wege, eine Leistung abzurechnen:
- Wertgebühr Der Regelfall. Die Gebühr ergibt sich aus einem Gegenstandswert und einer der vier Gebührentabellen A bis D im Anhang der StBVV (§ 10 StBVV).
- Zeitgebühr Sie wird berechnet, wenn die Verordnung das vorsieht oder wenn sich der Gegenstandswert nicht schätzen lässt (§ 13 StBVV).
- Betragsrahmengebühr Für einige Tätigkeiten nennt die StBVV feste Eurobeträge, etwa bei der Lohnabrechnung je Arbeitnehmer (§ 34 StBVV).
Eine eigene Pauschalgebühr sieht die StBVV seit dem 1. Juli 2025 nicht mehr vor. Der frühere § 14 StBVV zur Pauschalvergütung wurde ersatzlos gestrichen. Wer heute einen monatlichen Festpreis vereinbaren möchte, tut das über eine Vergütungsvereinbarung nach § 4 StBVV.
Gegenstandswert und Zehntelsätze
Bei der Wertgebühr sucht der Steuerberater zuerst den Gegenstandswert, also die Bezugsgröße, die die Verordnung für die jeweilige Tätigkeit vorgibt. Bei der Einkommensteuererklärung ist das die Summe der positiven Einkünfte, bei der Körperschaftsteuererklärung das Einkommen vor Verlustabzug. Aus der passenden Tabelle liest er dann die volle Gebühr (10/10) ab.
Die StBVV nennt für jede Tätigkeit einen Rahmen in Zehnteln oder Zwanzigsteln, zum Beispiel 1/10 bis 6/10. Innerhalb dieses Rahmens bestimmt der Steuerberater die Gebühr nach billigem Ermessen und berücksichtigt dabei nach § 11 StBVV vor allem Umfang und Schwierigkeit der Arbeit, die Bedeutung der Angelegenheit, Ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie ein besonderes Haftungsrisiko.
Mindestgegenstandswerte
Damit auch bei kleinen Zahlen eine angemessene Gebühr entsteht, legt die StBVV für viele Tätigkeiten einen Mindestgegenstandswert fest. Für die Einkommensteuererklärung und die Gewerbesteuererklärung sind es 8.000 Euro, für die Körperschaftsteuererklärung 16.000 Euro und für die Einnahmenüberschussrechnung 17.500 Euro. Haben Sie niedrigere Einkünfte, wird trotzdem mit dem Mindestwert gerechnet.
Zeitgebühr: 16,50 bis 41 Euro je Viertelstunde
Seit Juli 2025 beträgt die Zeitgebühr 16,50 bis 41 Euro je angefangene Viertelstunde (§ 13 StBVV). Vorher wurde in halben Stunden abgerechnet. Nach Zeit abgerechnet werden unter anderem die Prüfung eines Steuerbescheids (§ 28), die Teilnahme an einer Betriebsprüfung (§ 29 Nr. 1), die Einrichtung einer Buchführung (§ 32) und Abschlussvorarbeiten bis zur abgestimmten Saldenbilanz (§ 35 Abs. 3).
Steuerberater Kosten nach Tätigkeit: Gebührenrahmen laut StBVV
Die folgende Übersicht zeigt die gesetzlichen Rahmen für häufige Leistungen. Sie nennt bewusst keine Eurobeträge als „übliche Preise“, denn das Ergebnis hängt immer vom Gegenstandswert Ihres Falls ab. Alle Angaben stammen aus der StBVV in der seit 1. Juli 2025 geltenden Fassung.
| Tätigkeit | Vorschrift | Gebührenrahmen | Gegenstandswert (Mindestwert) |
|---|---|---|---|
| Einkommensteuererklärung ohne Ermittlung der Einkünfte | § 24 Abs. 1 Nr. 1 | 1/10 bis 6/10, Tabelle A | Summe der positiven Einkünfte (mind. 8.000 €) |
| Einkünfte aus Arbeitslohn, Vermietung, Kapitalvermögen ermitteln (z. B. Anlage N oder V) | § 27 | 1/20 bis 12/20, Tabelle A | Einnahmen oder Werbungskosten, der höhere Betrag (mind. 8.000 €) |
| Einnahmenüberschussrechnung | § 25 | 5/10 bis 30/10, Tabelle B | Betriebseinnahmen oder Betriebsausgaben, der höhere Betrag (mind. 17.500 €) |
| Umsatzsteuer-Voranmeldung | § 24 Abs. 1 Nr. 7 | 1/10 bis 6/10, Tabelle A | 10 % der Entgelte (mind. 650 €) |
| Umsatzsteuer-Jahreserklärung | § 24 Abs. 1 Nr. 8 | 1/10 bis 8/10, Tabelle A | 10 % der Entgelte (mind. 8.000 €) |
| Gewerbesteuererklärung | § 24 Abs. 1 Nr. 5 | 1/10 bis 6/10, Tabelle A | Gewerbeertrag (mind. 8.000 €) |
| Körperschaftsteuererklärung | § 24 Abs. 1 Nr. 3 | 2/10 bis 8/10, Tabelle A | Einkommen vor Verlustabzug (mind. 16.000 €) |
| Laufende Buchführung einschließlich Kontieren, je Monat | § 33 Abs. 1 | 2/10 bis 12/10, Tabelle C | Jahresumsatz oder Aufwand, der höhere Betrag |
| Jahresabschluss (Bilanz und GuV) | § 35 Abs. 1 Nr. 1a | 10/10 bis 40/10, Tabelle B | Mittel aus berichtigter Bilanzsumme und Jahresleistung |
| Lohnabrechnung, je Arbeitnehmer und Abrechnungszeitraum | § 34 Abs. 2 | 6 bis 30 € | kein Gegenstandswert |
| Rat oder Auskunft | § 21 Abs. 1 | 1/10 bis 10/10, Tabelle A | Wert des Interesses |
| Prüfung eines Steuerbescheids | § 28 | Zeitgebühr | kein Gegenstandswert |
Zwei Details senken die Rechnung in der Praxis: Wer die Buchführung beim Steuerberater erledigen lässt, zahlt die Umsatzsteuer-Voranmeldungen nicht zusätzlich, sie sind mit der Buchführungsgebühr abgegolten (§ 33 Abs. 8). Dasselbe gilt für die Lohnsteuer-Anmeldung, wenn die Kanzlei die Lohnabrechnung macht (§ 34 Abs. 6). Für die erstmalige Einrichtung der Lohnkonten fallen einmalig 6 bis 19 Euro je Arbeitnehmer an (§ 34 Abs. 1).
Erstberatung für Verbraucher
Beschränkt sich die Tätigkeit auf ein erstes Beratungsgespräch und sind Sie Verbraucher, darf ein Steuerberater, den Sie erstmals aufsuchen, dafür eine Gebühr von höchstens 190 Euro verlangen (§ 21 Abs. 1 Satz 2 StBVV), hinzu kommt die Umsatzsteuer (§ 15 StBVV). Diese Gebühr wird auf eine spätere Gebühr angerechnet, wenn Sie den Berater in derselben Sache weiter beauftragen.
Rechenbeispiele für Angestellte und GmbH
Rechenbeispiel: Eine angestellte Person hat einen Bruttoarbeitslohn von 48.000 Euro und 3.000 Euro Werbungskosten, weitere Einkünfte gibt es nicht. Für die Einkommensteuererklärung ist der Gegenstandswert die Summe der positiven Einkünfte, also 45.000 Euro. Nach Tabelle A beträgt die volle Gebühr 1.215 Euro, der Rahmen von 1/10 bis 6/10 ergibt 121,50 bis 729,00 Euro. Für die Ermittlung der Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (Anlage N) gilt der höhere Betrag aus Einnahmen und Werbungskosten, also 48.000 Euro. Die volle Gebühr liegt dort bei 1.304 Euro, der Rahmen von 1/20 bis 12/20 ergibt 65,20 bis 782,40 Euro. Hinzu kommen Auslagen für Post und Telekommunikation, pauschal 20 Prozent der Gebühren, höchstens 20 Euro je Angelegenheit (§ 16), sowie die Umsatzsteuer (§ 15).
Rechenbeispiel: Eine GmbH hat eine berichtigte Bilanzsumme von 200.000 Euro, eine betriebliche Jahresleistung von 600.000 Euro und ein Einkommen vor Verlustabzug von 40.000 Euro; der betriebliche Jahresaufwand liegt unter der Jahresleistung. Die Werte sind frei gewählt und dienen nur der Veranschaulichung.
- Jahresabschluss Gegenstandswert ist das Mittel aus 200.000 und 600.000 Euro, also 400.000 Euro. Tabelle B nennt dafür eine volle Gebühr von 746 Euro. Der Rahmen von 10/10 bis 40/10 ergibt 746 bis 2.984 Euro.
- Körperschaftsteuererklärung Bei 40.000 Euro Einkommen beträgt die volle Gebühr nach Tabelle A 1.125 Euro. Der Rahmen von 2/10 bis 8/10 ergibt 225 bis 900 Euro.
- Laufende Buchführung Bei einem Jahresumsatz von 600.000 Euro, der über dem Aufwand liegt, ergibt Tabelle C eine volle Monatsgebühr von 584 Euro (512 Euro bis 500.000 Euro plus zweimal 36 Euro für den Mehrbetrag). Der Rahmen von 2/10 bis 12/10 ergibt 116,80 bis 700,80 Euro je Monat.
Dazu kämen bei einer GmbH je nach Lage die Gewerbesteuer- und die Umsatzsteuer-Jahreserklärung sowie gegebenenfalls die Lohnabrechnung. Ein belastbares Angebot ist erst möglich, wenn der Steuerberater Ihre Zahlen kennt.
Steuerberater Kosten GmbH und Selbstständige: Vergütungsvereinbarung nach § 4 StBVV
Gerade bei laufender Betreuung von Selbstständigen und Kapitalgesellschaften wird häufig eine Vergütungsvereinbarung geschlossen, etwa ein fester Monatsbetrag für Buchhaltung, Voranmeldungen und Jahresabschluss. Dafür gelten in der seit Juli 2025 geltenden Fassung folgende Regeln:
- Textform Die Vereinbarung bedarf der Textform (§ 4 Abs. 1 StBVV). Eine E-Mail oder ein PDF reicht, eine eigenhändige Unterschrift ist nicht erforderlich.
- Bezeichnung und Trennung Sie muss als Vergütungsvereinbarung oder vergleichbar bezeichnet sein, deutlich von anderen Vereinbarungen außer dem Auftrag abgesetzt sein und darf nicht in der Vollmacht stehen. Art und Umfang des Auftrags sind zu bezeichnen.
- Hinweispflicht Der Steuerberater muss Sie in Textform darauf hinweisen, dass eine höhere oder niedrigere als die gesetzliche Vergütung vereinbart werden kann (§ 4 Abs. 3).
- Untergrenze Eine niedrigere Vergütung ist in außergerichtlichen Angelegenheiten zulässig, muss aber in einem angemessenen Verhältnis zu Leistung, Verantwortung und Haftungsrisiko stehen (§ 4a).
- Folge von Formfehlern Erfüllt die Vereinbarung die Anforderungen an Textform, Bezeichnung und Trennung nicht, kann der Steuerberater nicht mehr als die gesetzliche Vergütung verlangen (§ 4b).
Eine unangemessen hohe vereinbarte Vergütung kann im Streitfall auf den angemessenen Betrag herabgesetzt werden, höchstens bis zur gesetzlichen Vergütung (§ 4 Abs. 2). Außerdem muss jede Rechnung in Textform die einzelnen Gebühren, die angewandten Vorschriften und bei Wertgebühren den Gegenstandswert nennen (§ 9 StBVV). So können Sie jede Position selbst nachprüfen.
Sind Steuerberatungskosten absetzbar?
Ja, aber nicht vollständig. Seit 2006 sind privat veranlasste Steuerberatungskosten nicht mehr als Sonderausgaben abziehbar. Wie die Kosten zuzuordnen sind, regelt das BMF-Schreiben vom 21. Dezember 2007 (BStBl 2008 I S. 256):
- Betriebsausgaben oder Werbungskosten Kosten, die bei der Ermittlung der Einkünfte anfallen oder mit Betriebssteuern wie der Umsatz- oder Gewerbesteuer zusammenhängen. Dazu gehören Buchführung, Einnahmenüberschussrechnung, Jahresabschluss und die Anlagen zur Einkünfteermittlung, etwa die Anlage N.
- Kosten der Lebensführung Kosten, die auf die Einkommensteuererklärung als solche, Tariffragen, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen entfallen. Sie wirken sich steuerlich nicht aus.
- Gemischte Kosten Beträge, die sich nicht eindeutig zuordnen lassen, sind aufzuteilen. Bis 100 Euro im Jahr wird die Zuordnung durch Sie selbst nicht beanstandet.
Bei einer GmbH sind die Steuerberatungskosten grundsätzlich Betriebsausgaben der Gesellschaft. Angestellte tragen ihren Anteil für die Anlage N in der Einkommensteuererklärung als Werbungskosten ein.
Was kostet ein Steuerberater bei uns?
Wir nennen unsere Preise offen. Bei der Steuerberatung Ferhat Sarac in Maintal kostet die Erstberatung 190 Euro, eine Gestaltungsberatung 350 Euro und das Starterpaket für Gründungen 400 Euro. Die laufende Betreuung von Unternehmen ab 100.000 Euro Jahresumsatz rechnen wir nach einer Vergütungsvereinbarung auf Grundlage der StBVV ab, die wir vor Beginn in Textform mit Ihnen festhalten. Das Kennenlerngespräch ist kostenlos.
Unsere Kanzlei arbeitet vollständig digital mit DATEV Unternehmen online. Sie laden Belege hoch, wir buchen und melden, persönlich in Maintal oder remote bundesweit. Wenn Sie mit Ihrer bisherigen Kanzlei unzufrieden sind, lesen Sie auch, wie ein Steuerberaterwechsel abläuft.
Häufige Fragen zu den Kosten eines Steuerberaters
Wie hoch ist der Stundensatz eines Steuerberaters?
Die StBVV sieht seit dem 1. Juli 2025 eine Zeitgebühr von 16,50 bis 41 Euro je angefangene Viertelstunde vor. Sie gilt nur, wo die Verordnung sie vorsieht oder kein Gegenstandswert schätzbar ist. Ein abweichender Stundensatz kann in Textform vereinbart werden.
Gibt es noch eine Pauschalgebühr nach der StBVV?
Nein. Der frühere § 14 StBVV zur Pauschalvergütung wurde zum 1. Juli 2025 ersatzlos gestrichen. Feste Monatsbeträge sind weiterhin möglich, sie werden aber als Vergütungsvereinbarung nach § 4 StBVV in Textform geschlossen.
Was kostet die Erstberatung beim Steuerberater?
Für Verbraucher, die einen Steuerberater erstmals aufsuchen, ist die Gebühr für ein erstes Beratungsgespräch auf höchstens 190 Euro zuzüglich Umsatzsteuer begrenzt (§ 21 Abs. 1, § 15 StBVV). Die Gebühr wird angerechnet, wenn Sie den Berater in derselben Angelegenheit weiter beauftragen.
Welche Steuerberater Kosten fallen bei einer GmbH an?
Typisch sind laufende Buchführung (§ 33), Jahresabschluss (§ 35), Körperschaftsteuer-, Gewerbesteuer- und Umsatzsteuererklärung (§ 24) sowie bei Mitarbeitern die Lohnabrechnung (§ 34). Die Höhe richtet sich nach Umsatz, Bilanzsumme und Einkommen der Gesellschaft; für die Körperschaftsteuererklärung gilt ein Mindestgegenstandswert von 16.000 Euro.
Kann ich die Kosten für den Steuerberater absetzen?
Soweit sie die Ermittlung von Einkünften oder Betriebssteuern betreffen, sind sie Betriebsausgaben oder Werbungskosten. Kosten für die Einkommensteuererklärung als solche, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen sind nicht abziehbar. Gemischte Kosten bis 100 Euro im Jahr dürfen Sie selbst zuordnen.
Erstgespräch
Fazit: Steuerberater Kosten sind planbar
Die Steuerberater Kosten folgen festen Regeln: Gegenstandswert, Gebührentabelle und Zehntelsatz bestimmen die Wertgebühr, für einzelne Arbeiten gilt die Zeitgebühr, und Festpreise brauchen eine Vergütungsvereinbarung in Textform. Sprechen Sie uns an, wir erklären Ihnen vorab, wie sich Ihre Vergütung zusammensetzt.
Kostenlos und unverbindlich · Antwort in der Regel am selben oder nächsten Werktag
Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle steuerliche Beratung. Stand: September 2026.
